Radtour am Kölner Rheinufer

Poller Wiesen

Mit Krokodilen über den Rhein

Gechillte Fahrradtour am Rheinufer von Köln. Die kleine Rundtour startet im Herzen der Domstadt und führt uns entlang zahlreicher Sehenswürdigkeiten zunächst in Richtung Rodenkirchen. Wir passieren grüne Großstadtoasen wie die Poller Wiesen und den Rheinpark und gelangen schließlich an Zoo und Flora vorbei wieder in die Kölner Altstadt.

Dome CologneUnsere Fahrradtour beginnt am Kölner Rheinpegel, in Schrittgeschwindigkeit kurbeln wir die ersten Meter in Richtung Süden. Gerade an schönen, sonnigen Tagen am Wochenende flanieren vor der Kölner Altstadt zahlreiche Fussgänger entlang des Rheins und erfordern eine angepasste Geschwindigkeit und so manche Schlangenlinie.

Nach 500 Metern überqueren wir die Drehbrücke des Rheinauhafens, eine im Jahr 1896 fertig gestellte, genietete Fachwerkbrücke und rollen am Schokoladenmuseum vorbei. Lust auf Schoki?

Durch den Rheinauhafen zum Dicken Herkules

Im 1993 eröffneten Schokoladenmuseum mit seinem 10 Meter hohen Tropenhaus lässt sich der Weg des Kakaos von der Ernte über den Handel bis zur Herstellung in der Schokoladenfabrik nachvollziehen. Zudem lockt das öffentlich zugängliche Café im Museum mit Kuchen- und Schokoladenspezialitäten, einer schönen Panoramaaussicht auf den Rhein sowie einer sonnigen Terrasse.

Olympia Museum KölnNach dem Kaffee kann nebenan das Deutsche Sport & Olympia Museum besucht werden. In einer denkmalgeschützten, ehemaligen Zoll- und Lagerhalle beleuchtet das 1999 eröffnete Museum 3000 Jahre Sportgeschichte und zeigt Filme, Reportagen und Originalobjekte zu Sportarten wie Leichathletik, Boxen und König Fußball.

Vorbei an ehemaligen Speicherhäusern setzen wir unsere Radtour fort und radeln über die Straße "Im Zollhafen" in Richtung Kranhäuser. Die vom Hamburger Architekt Hadi Teherani entworfenen Gebäude sind längst zu einem markanten Wahrzeichen Köln's geworden. Sie beherbergen neben Büros und Wohnungen auch ein Sternerestaurant mit Blick auf den Yachthafen. Wer nicht gleich in einem der zahlreichen Restaurants und Cocktailbars des Rheinauhafens verweilen möchte findet alternativ einen Bäcker, einen Crepeverkauf sowie einen seltsam vertrauten Wurststand – woher kenn ich den doch gleich...!?

Dicker HerkulesTatsächlich, er ist's! Am Ende des Rheinauhafens steht der aus dem Kölner Tatort bekannte Imbisswagen, an dem sich nach vollbrachter Arbeit die Kommissare Max Ballauf und Freddy Schenk ihre wohlverdiente Currywurst schmecken lassen – freilich steht die Bude in der Krimi-Serie am Deutzer Ufer. Hier hingegen grüßt in unmittelbarer Nähe der "Dicke Herkules", ein im Jahr 1897 gebauter Verladekran, der noch heute an die ursprüngliche Nutzung des Areals erinnert. Im benachbarten, 2000 Quadratmeter großen Skatepark "Kap686" feilen Boarder an ihren Tricks, während auf der benachbarten Beachanlage Volleyballer zum Schmetterball ansetzen.

Kölsche Riviera und Freizeitinsel Groov

Wir hingegen treten in die Pedale, lassen den Rheinauhafen hinter uns und strampeln in Richtung Rodenkirchener Brücke. Bald passieren wir das renovierte Marienburger Bootshaus. Unter dem neuen Namen "Achterdeck" wartet hier ein schwimmender Biergarten mit Blick auf das Rheinpanorama. Einige Radumdrehungen weiter liegt das Bootshaus "Alte Liebe" vor Anker und lädt zu Kaffee, Kuchen, Kaltgetränken und leckeren Speisen. Wir verkneifen uns jedoch die Leckereien und steuern unter der Rodenkirchener Brücke hindurch weiter südwärts. Südländisches Flair herrscht wenig später an der Kölschen Riviera, einem Rheinabschnitt mit ausgedehntem Sandstrand. Unter alten Trauerweiden findet sich hier so manches lauschige Plätzchen für eine kleine Pause oder ein Picknick – ein Traum!

Ein Albtraum für viele Gelegenheitsspieler ist hingegen so manches verzwickte Hindernis auf der Minigolf-Anlage in Rodenkirchen, die wir nach rund 8 Kilometern erreichen. Verdammt, das darf doch nicht so schwer sein! Auf 18-Bahnen kann hier nach Herzenslust gezielt, geputtet und geflucht werden. Über den Weißer Leinpfad geht es nun am Minigolfplatz vorbei ein gutes Stück durch den Wald, bald passieren wir Pferde- und Kuhweiden und erreichen nach 11,3 Kilometern schließlich den Anleger der Fähre Weiß-Zündorf – Vorsicht, im Rhein gibt es Krokodile!

Gemächlich schaukelt die Fähre "Krokodil" dem rechten Rheinufer entgegen, die Überfahrt auf die andere Rheinseite dauert nur wenige Minuten. Hier erwartet uns auf der Freizeitinsel Groov die nächste gute Gelegenheit für eine Rast. Rund um den ehemaligen Rheinarm können Radfahrer in zahlreiche Biergärten und Restaurants einkehren, auf dem Minigolfplatz abermals ihr Handicap verbessern oder auf einem der kleinen Gewässer Tretboot fahren. Zudem lädt ein idyllischer Sandstrand zum Entspannen ein – ein kleines Paradies!

Poller Wiesen, Rheinboulevard und Rheinpark

Yachthafen PorzAm Yachthafen vorbei setzen wir unsere Fahrradtour in Richtung Porz fort, erreichen nach insgesamt rund 13,5 Kilometern der heutigen Tour das Rathaus in Porz und sehen wenig später in einiger Entfernung wieder die Silhouette der Rodenkirchener Brücke und kommen ihr langsam näher. Wer Lust auf Kaffee und Kuchen hat, kann im Café des Campingplatzes Wiesenhaus eine Pause einlegen oder sich etwas später am Poller Fischerhaus ein Kaltgetränk schmecken lassen. Frisch gestärkt geht es danach über die Fahrradstraße "Weidenweg" in Richtung Alfred-Schütte-Allee, wir erreichen die Poller Wiesen.

Aussicht Poller WiesenDie Poller-Wiesen sind ein beliebter Treffpunkt für zahlreiche Sportler: Auf Tennisplätzen wird hier die gelbe Filzkugel gespielt, auf Basketballplätzen sieht man Spieler 3-Punkte-Würfe üben und Fussballmannschaften der Kölner Amateurligen duellieren sich auf Weltklasse-Niveau. Wir radeln unterdessen gemütlich in Richtung Südbrücke und kommen an der Poller Strandbar vorbei. Hier können Besucher sich auf feinen Sand und Strandkörbe sowie Leckereien vom Grill freuen.

Über die Alfred-Schütte-Allee geht es weiter in Richtung Deutzer Drehbrücke. Die 1907 errichtete Brücke, eine genietete Stahlkonstruktion, ist eine der letzten Drehbrücken in Deutschland und steht seit 1980 unter Denkmalschutz. An Wochenenden und an Feiertagen ist die Drehbrücke für den Autoverkehr gesperrt – perfekt für Radfahrer!

Für Radler gesperrt ist der im Juli 2015 eröffnete Rheinboulevard, der uns hinter der Deutzer Werft erwartet. Also einfach das Rad abstellen, ein schönes Plätzchen auf den Stufen der Freitreppe suchen und die Aussicht auf das Kölner Stadtpanorama genießen. Hinter der Treppe können darbende Radfahrer zudem ihren Hunger und Durst in zwei Restaurant-Pavillons stillen.

In Schrittgeschwindigkeit schlängeln wir uns durch die Herscharen an Spaziergängern, die am Rheinufer flanieren und radeln bald schon durch den idyllischen Rheinpark. Hier pulsiert an sonnigen Tagen das Leben – Basketballer versuchen ihre Würfe zu perfektionieren, Skater und Biker ziehen ihre Bahnen im Skatepark und Kinder vergnügen sich beim Klettern.

Auf in den Endspurt – natürlich weiterhin ganz gechillt. An der Claudius Therme vorbei erreichen wir den Auenweg und radeln entspannt auf dem separaten Fahrradweg in Richtung Mühlheimer Brücke. An Cafés, Kiosken und Eisdielen vorbei radeln wir schließlich in weitem Bogen auf die Mühlheimer Brücke und sind bald wieder auf der linken Rheinseite. Noch Zeit übrig und Lust auf einen kleinen Abstecher in die Flora, den Zoo oder den Skulpturenpark? Oder per Seilbahn über den Rhein schweben und die Aussicht genießen? Ein Radler im Biergarten "Schwimmbad" genießen? Das Areal zwischen Mühlheimer- und Zoobrücke bietet zahlreiche Möglichkeiten, die Fahrradtour mit weiteren Aktivitäten zu kombinieren.

Sehenswertes: Rheinpark Köln

Der Rheinpark im Herzen der Domstadt ist ein beliebter Treffpunkt der Kölner, bietet er doch vielseitige Möglichkeiten für Groß und Klein. Zudem gilt er als einer der schönsten Parkanlagen Deutschlands – bezeugt durch (wenn auch etwas angestaubte) Auszeichnungen wie "Deutschlands schönster Park 2007" oder "Europe`s Best Parks 2008".

Der Park, der anlässlich der Bundesgartenschau 1957 entstand, steht seit 1989 unter Denkmalschutz und spiegelt noch heute die Gartenarchitektur der 50er Jahre wider. Direkt am Rhein gelegen finden sich hier in verschiedenen Bereichen die unterschiedlichsten Bepflanzungen – vom Heidegarten mit im Sommer dortaufgestellten Palmen, Rosengarten bis hin zum kleinen japanischen Garten. Zahlreiche Skulpturen und Brunnen fügen sich harmonisch in die Parkgestaltung ein..

Der inklusive Tanzbrunnen rund 48 Hektar große Park bietet einzigartige Ausblicke auf die linksrheinische Stadtsilhouette mit Dom und Altstadt – und dies von allen Teilen des Parks aus. So sorgen von Bepflanzung freigehaltene Sichtachsen für beste Sicht auf markante Gebäude links des Stroms. Kinder freilich werden den Blick eher auf die große Spielandschaft richten, die anlässlich der zweiten Bundesgartenschau im Jahre 1971 entstand. Hier können sich die Kleinen auf einem großen Pyramidenturm, einer Tunnelrutsche und dem Klettergarten austoben. Der Jugendpark im nördlichen Bereich des Rheinparks bietet zudem eine Miniaturgolf-Anlage (2,50 Euro), eine Minicar-Bahn und einen Basketball-Platz. Minigolf kann hier von Montag bis Donnerstag von 16:00 bis 21:00 und am Wochenende von 14:00 bis 19:00 gespielt werden.

Oder doch mit lieber mit der Bimmelbahn durch den Park zuckeln? Bei so manchem Kölner werden Kindheitserinnerungen wach angesichts der gemächlich durch den Park rollenden Kleinbahn, die eine 2 km lange Rundstrecke befährt. Besonderes Highlight ist eine restaurierte Porsche-Lokomotive aus dem Jahre 1959, die zu besonderen Anlässen zum Einsatz kommt. Die Fahrt mit der Bahn kostet 2,50 Euro bzw. 1,50 Euro für die verkürzte Strecke. Zusätzlich gibt es einen Gruppentarif für Gruppen ab 10 Personen. Die Kleinbahn ist jedes Jahr von Mitte März bis Ende Oktober in Betrieb und verkehrt an Wochentagen von 11 - 18 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 10 - 19 Uhr.

Fähre Weiss

Fähre KrokolinoZwischen dem linken und rechten Ufer pendeln die Fähren "Krokodil" und "Krokolino". Während die kleinere "Krokodil" bis zu 18 Fahrgäste samt Fahrrädern befördern kann, stehen auf der größeren "Krokolino" 40 Plätze zur Verfügung. Bei schönem Wetter sind beide Fähren gleichzeitig im Einsatz, Fahradfahrer müssen dann mit einer kurzen Wartezeit rechnen.

Radfahrer zahlen für die einfache Fahrt 2,50 Euro. Gelegentlich müssen Wartende sich telefonisch beim Fährmann melden und die Fähre vom anderen Ufer anfordern. Weitere Infos gibt's hier.

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