Radtour Köln - Königswinter - Köln

Fähre in Königswinter

Der Winter ist Geschichte, auf nach Königswinter!

Sportliche Radtour mit Start am Kölner Rheinufer über die Bundesstadt Bonn bis ins malerische Königswinter – und vice versa! Der Bike Trip verläuft zunächst rechtsrheinisch am Fluss entlang, passiert die Freizeitinsel Groov sowie die idyllische Siegaue und führt bis vor die beeindruckende Kulisse des Siebengebirges. Am linken Rheinufer geht es schließlich zurück in die Domstadt – ein echter Frühjahrsklassiker!

Wie im Vorjahr am nahezu gleichen Datum nutze ich einen der ersten schönen Tage des Jahres, packe am frühen Morgen meinen Bike-Rucksack und öle noch einmal sorgsam die Kette – schon nehme ich Fahrt auf Richtung Siebengebirge! Noch liegt die morgendliche Kühle des Frühjahrs über der Stadt, während ich mich auf dem Weg zum Startpunkt der Tour im Kölner Süden allmählich einrolle. An der Rodenkirchener Brücke angekommen stelle ich den Kilometerzähler auf Null und starte meine Tour in Richtung Königswinter.

Von Rodenkirchen bis zur Freizeitinsel Groov

Rodenkirchener Brücke Über die Fahrradrampe steuere ich meinen Drahtesel auf die mächtige Hängebrücke, die auf einer Länge von 567 Metern den Rhein überspannt. Gemütlich radle ich auf dem schmalen Fahrstreifen der anderen Rheinseite entgegen, während ich den Blick noch einmal über die markante Kölner Stadtsilhouette schweifen lasse. Schon gewusst? Die Farbe der Brücke, das sogenannte Kölner Grün, findet sich an vier von acht Kölner Rheinbrücken und wurde 1929 auf Veranlassung des Kölner Oberbürgermeisters Konrad Adenauer erstmals an der Mühlheimer Brücke verwendet.

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Nur wenige Pedalumdrehungen später habe ich das rechte Rheinufer erreicht und steuere das Bike unter der stählernen Brückenkonstruktion hindurch auf die Fahrradstraße am Weidenweg. Gerade losgefahren und schon Lust auf eine Pause? Einige Meter entfernt lädt das Poller Fischerhaus mit seinem gemütlichen Biergarten zum Verweilen ein. Die Speisekarte bietet gutbürgerliche Küche mit klassisch deutschen und internationalen Speisen. Noch sind hier zu solch früher Stunde die Rollläden heruntergelassen und die Klappstühle verwaist und so setze ich meinen Weg in Richtung Groov fort. Längst habe ich mich der wärmenden Regenjacke entledigt, bin ich doch nach den ersten Kilometern der heutigen Tour allmählich auf Betriebstemperatur während die Frühlingssonne die ersten wärmenden Strahlen entsendet.

Ich lasse den Campingplatz links liegen und folge dem gut asphaltierten Radweg, der bald in unmittelbarer Nähe zum Fluss verläuft. Entlang des Weges tragen die ersten Bäume vereinzelte Blüten und künden vom Ende der kalten Jahreszeit. Von Vogelgezwitscher begleitet passiere ich schließlich nach rund 7 Kilometern das Porzer Rathaus. Der ursprüngliche, mit trutziger Fassade errichtete Bau samt charakteristischem Turm stammt aus dem Jahre 1910 und wurde seitdem durch zahlreiche Anbauten erweitert.

Unterdessen beschreibt der Rhein eine weite Rechtsbiegung und ich erspähe in einiger Entfernung bereits den kleinen Hafen von Zündorf und die den Stadtteil überragende Kirche St. Mariä Geburt. Der neugotische Backsteinbau mit seinem östlichen Fassadenturm wurde zwischen 1895 und 1897 errichtet. Groov voraus!

Wirtshaus in Zons Mittlerweile ist es 9:30 Uhr und die Sonne hat bereits eine bemerkenswerte Kraft entfaltet – und so fläze ich mich entspannt auf der Sitzbank am Zündorfer Marktplatz und lasse mir die Sonnenstrahlen ins Gesicht scheinen. Die Groov ist eine ehemalige Insel mit einem verlandeten Flussarm, die ihr heutiges Aussehen in den Jahren 1974 bis 1978 erhielt, als die Insel als Freizeitanlage ausgebaut wurde. Später wurde das Areal zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Biker finden an der Groov zahlreiche Lokale, Biergärten und einen Minigolfplatz oder können sich an einem der idyllischen Sandstrände entspannen. Ein herrliches Kleinod für Großstädter!

Von der Groov bis zu den Siegauen

Mittlerweile hat sich ein langjähriger Freund zur Weiterfahrt gen Königswinter hinzugesellt. Gemeinsam folgen wir dem Radweg durch die Rheinauen und lassen nach rund 13 Kilometern Langel hinter uns. Weiter dem Deich folgend radeln wir wenig später in weitem Bogen an kahlen Äckern und Feldern entlang, während der Blick am Horizont auf Industrieanlagen fällt. Der Radweg verläuft auf der gut ausgeschilderten Route des Rheinradwegs, sodass wir entspannt den grünen Pfeilen am Wegesrand folgen können – noch 18 Kilometer bis nach Bonn!

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Nach circa 17 Kilometern erreichen wir den Ort Lülsdorf mit seiner etwas abseits der Strecke gelegenen Burg, die im 12. und 13. Jahrhundert errichtet wurde. Später wurde das Bauwerk jedoch mehrfach zerstört, diente als Steinbruch und wurde erst im Jahr 1949 wiederaufgebaut. Wenig später umfahren wir einer Straße folgend ein uns vom Rhein trennendes Industriegebiet, sind jedoch nur wenig später schon wieder auf dem Deich direkt am Flussufer unterwegs. Mittlerweile sorgt die Frühjahrssonne für perfekte äußere Bedingungen, mit bester Laune erreichen wir Niederkassel!

Wir radeln weiter auf dem Rheindamm und ich lasse den Blick entspannt nach rechts schweifen, wo hinter einer Reihe von Bäumen der funkelnde Rhein gemächlich in Richtung Domstadt schwappt. Auf dem weiterhin bestens präparierten Radweg legen wir noch einige Radumdrehungen zurück bevor wir uns bei einem örtlichen Bäcker ein zweites Frühstück gönnen.

Siebengebirge voraus! Frisch gestärkt setzen wir alsbald unsere Radtour fort und haben nach 26 gefahrenen Kilometern das Tagesziel deutlich vor Augen, das sich als beeindruckende Silhouette über dem Rhein erhebt. Zusätzlich zeichnen sich über der nächsten Flussbiegung bereits deutlich die Brückenpfeiler der Friedrich-Ebert-Brücke ab. Diese wurde in den Jahren 1964 und 1967 errichtet und ist die nördlichste von drei Bonner Brücken. Die Bundestadt ist nun nur noch einen Katzensprung entfernt.

Zuvor rollen wir jedoch nach rund 28 Kilometern durch Mondorf und erreichen wenige Kilometer später die idyllischen Siegauen mit seinen Pappelforsten und Auwaldresten. Das seit 1985 als Naturschutzgebiet ausgewiesene Areal bildet mit seinen breiten Kiesbänken und Schilfzonen wertvollen Lebensraum für zahlreiche Tagfalter, Wasser- und Wattvögel. Herrlich!

An der Siegfähre Bald erreichen wir den Anleger der Siegfähre. Die Fähre St. Adelheid ist eine der ältesten noch in Betrieb befindlichen Einmann-Gierfähren Deutschlands. Diese hängt an einem langen Drahtseil und nutzt die Strömung der Sieg zur Fortbewegung. Für wenig Geld werden Biker hier ans andere Ufer geschippert. Direkt am Anleger können Radfahrer zudem im Restaurant „Zur Siegfähre“ den drohenden Hungerast bekämpfen.

Von den Siegauen bis nach Königswinter

Wir setzen unsere Radtour in Richtung Bonn-Beuel fort, der Radweg verläuft auf den nächsten Metern nun entlang einer viel befahrenen Straße. Wir lassen nach rund 34 Kilometern die bereits von weitem gesichtete Friedrich-Ebert-Brücke hinter uns und radeln bald wieder abseits des Autoverkehrs gechillt auf dem Rheindamm. Noch 11 Kilometer nach Königswinter!

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Zunächst passieren wir jedoch mit der Kennedybrücke die mittlere der drei Bonner Rheinbrücken. Die 1948/49 errichtete Brücke verbindet das rechtsrheinische Beuel mit dem Zentrum der Bundesstadt. Nach rund 38 Kilometern radeln wir entspannt durch eine Parkanlage direkt am Rhein, während uns vom gegenüberliegenden Ufer die schillernde Fassade des Post Towers grüßt. Einige Radumdrehungen später erreichen wir die dritte der Bonner Rheinbrücken, hinter der bereits groß und mächtig die Hänge des Siebengebirges vom nahen Königswinter künden. Die Konrad-Adenauer-Brücke wurde zwischen 1967 und 1972 gebaut und würdigt den ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik, der nur wenige Kilometer entfernt in Bad-Honnef-Rhöndorf lebte.

Königswinter und Petersberg Auf in den Endspurt! Die letzten Kilometer radeln wir entlang des Rheins immer weiter auf das Siebengebirge zu, das nun groß und beeindruckend vor uns emporragt. Nach 46 Kilometern erreichen wir schließlich unser Tagesziel Königswinter – und ich gönne mir als Belohnung erstmal einen saftigen Burger an der Rheinpromenade! Frisch gestärkt überqueren wir nach einer wohlverdienten Pause schließlich mit der Fähre den Rhein und radeln linksrheinisch zurück in Richtung Domstadt. Zur Wegbeschreibung des linkrheinischen Radwegs geht’s hier.

Galerie

Karte und GPX-Datei

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