Panorama-Radweg Balkantrasse

Winteridylle im Bergischen Land

Mit mächtig Zug ins Bergische!

Mittelschwere Radtour durch die Hügellandschaft des Bergischen Landes mit Start unweit des Rheins in Leverkusen. Die Tour verläuft entlang der ehemaligen Bahnlinie des "Balkanexpress" zwischen Opladen und Remscheid und endet nach rund 52 abwechslungsreichen Kilometern in Wuppertal. Dabei sind einige wenige anstrengendere Anstiege zu bewältigen.

Strahlend blauer Himmel, die Wettervorhersage verheisst Temperaturen jenseits der 30 Grad – perfekt, um endlich einmal die Balkantrasse zu erkunden! Direkt vor den Toren Kölns gelegen ist der Startpunkt der Tour vom Norden der Domstadt her nach einem Katzensprung erreicht. Dort lassen wir uns oberhalb der Wupper, im Schatten einiger Bäume, noch ein Croissant schmecken und starten wenig später mit Vorfreude die Tour auf dem Panorama-Radweg Balkantrasse.

An der Wupper entlang nach Opladen

Reuschenberger Mühle Auf den ersten Kilometern verläuft der Radweg zunächst auf einer Deichkrone oberhalb der Wupper, passiert Schrebergärten und die ein oder andere größere Straße. Kaum losgefahren legen wir an einem markanten Ziegelsteinbau am Wegesrand bereits die erste kleine Pause an. Die Reuschenberger Mühle wurde 1847 auf dem damals höchsten Stand der Technik errichtet und diente zunächst als Mehl- und Ölmühle, später dann als Papiermühle und zur Stromgewinnung. Noch heute werden hier jährlich mit Wasserkraft rund 1,6 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt.

An der Wupper Schon ist die eigene Tretmühle wieder in Bewegung gesetzt, bald verläuft der Radweg idyllisch direkt an einem Seitenarm der rauschenden Wupper entlang, während der Wald ringsum den geschotterten Radweg angenehm beschattet. Die durch den Seitenarm gebildete Wupperinsel ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen und beheimatet Wat- und Wasservögel – einfach herrlich!

Einige hundert Meter später erreichen wir Opladen, radeln am Ludwig-Rehbock Park vorbei und sammeln nach rund 7 Kilometern entlang der Elsbachstraße die ersten Höhenmeter der heutigen Tour. Nur wenige Pedalumdrehungen später haben wir schließlich die ehemalige Bahntrasse des "Balkanexpress" erreicht – Bahn frei in Richtung Remscheid!

Stetig bergan ins Bergische Land

Die Eisenbahnlinie wurde von 1868 bis in die 1980er Jahre betrieben und verband die Orte Leverkusen-Opladen und Remscheid-Lennep, bis der "Balkanexpress" schließlich stillgelegt wurde. Gut für uns Biker! 2014 eröffnet steigt der perfekt asphaltierte Radweg mit durchschnittlich 1 Prozent Steigung in Richtung Remscheid an. Immer wieder bieten sich auf der Strecke schöne Ausblicke auf die Landschaft ringsum und laden Bänke zum Verweilen ein. Auf der gesamten Strecke künden alte Bahnhöfe, schwere Hebel von Zugweichen und weiße Streckenkilometersteine von der alten Bestimmung als Bahnstrecke.

Am Bahnhof Pattscheid Unterdessen radeln wir sehr moderat aber doch beständig bergan und haben nach rund 9 gefahrenen Kilometern 60 Höhenmeter bewältigt. In regelmäßigen Abständen informieren Hinweistafeln am Streckenrand über die Geschichte alteingesessener Unternehmen sowie über heimische Pflanzen. Nach 12 Kilometern ist der ehemalige Bahnhof Pattscheid erreicht, der von 1902 und 1991 in Betrieb war und einige Jahre später aufwändig renoviert wurde.

Weiter pedalieren wir entlang des perfekt präparierten, schattigen Radweges und genießen die grüne Umgebung. Lust auf ein kühles Getränk? Nach 16,6 Kilometern lädt der Biergarten am alten Bahnhof Burscheid zum Verweilen ein – was sonst braucht der Biker um glücklich zu sein?

Von Wermelskirchen bis nach Lennep

In Wermelskirchen An Burscheid-Kotten vorbei radeln wir weiter durchs Bergische, erfreut, angesichts der einfachen Wegführung und guten Beschilderung auf das Navi am Lenker verzichten zu können. Doch Moment mal, müssten wir nicht eher oben auf der schmalen Brücke sein statt unten an der Straße? Kurz auf's Navi gespinkselt, schon sind wir wieder auf Kurs und erreichen nach rund 26 Kilometern Wermelskirchen. Hier kreuzt der Radweg den Bergischen Panorama-Radweg und bietet somit Anknüpfungsmöglichkeiten in Richtung Olpe bzw. Hattingen (jeweils rund 68 Kilometer entfernt). Wir folgen jedoch weiterhin dem ursprünglich eingeschlagenen Radweg. Da die Trasse in Wermelskirchen durch eine Umgehungsstraße überlagert ist verläuft der Radweg direkt durch das Stadtzentrum. Dieses wird geprägt von vielen unter Denkmalschutz stehenden Fachwerkhäusern.

Hektorstein Etwas außerhalb von Wermelskirchen sind wir schon wieder auf der Bahntrasse unterwegs, an der immer wieder Andreaskreuze, Schotter sowie weiße Kilometersteine, die sogenannten Hektorsteine, von der Vergangenheit als Zugstrecke zeugen. Die markanten Steine dienten den Zugführern als Orientierung.

Nach 36 Kilometern erreichen wir Lennep, passieren den dortigen Bahnhof und decken uns wenig später beim Bäcker des Vertrauens mit klebrigen Leckereien ein! Bei Obergarschagen lassen wir uns im Schatten eines Baumes auf einer Sitzbank nieder, genießen die erworbenen Kalorienbomben und lassen den Blick schweifen über die sanft geschwungenen Hügel ringsum – es ist eine Freude!

Endspurt bis nach Wuppertal

Wuppertaler Schwebebahn Immer den roten Pfeilen folgend geht es nach rund 40 Kilomtern zunächst im Zickzackkurs durch ein Wohngebiet bevor wir einge Pedalumdrehungen später Lüttringhausen erreichen. Bald macht der Weg einen Knick nach rechts und wir lassen es auf einer teilweise steilen Abfahrt rollen, die für einige Kilometer durch ein Waldgebiet führt.

Auf in den Endspurt, schon wenig später sind die Außenbezirke Wuppertals erreicht. In der Stadt bewältigen wir die letzte längere Steigung entlang der Badischen Straße bevor wir am Bahnhof Oberbarmen, unterhalb der stählernen Konstruktion der Schwebebahn nach rund 51 gefahrenen Kilometern schließlich die Beine baumeln lassen und den hereinschwebenden Bahnen zuschauen: D'r Zoch kütt…!

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