Mountainbiken in Chile

Ojos de Caburgua

Durch den Staub zu den Wasserfällen Ojos de Caburga

Mittelschwere Mountainbiketour überwiegend über staubige Schotterpisten mit wenig Autoverkehr. Gewürzt ist die Tour mit einigen kurzen, mittelsteilen Anstiegen und stellenweise holprigen Abfahrten. Als Belohnung warten die idyllischen Wasserfälle Ojos de Caburgua und die ausgedehnten Sandstrände am Lago de Caburgua.

Die Radtour beginnt im Zentrum von Pucon vor einem der zahlreichen Geschäfte mit Fahrradverleih – ein Hardtail-MTB ist hier für umgerechnet rund 10 Euro je halbem Tag mietbar. Freilich bietet die 14.000-Einwohner-Stadt am Lago Villarica neben Radtouren weitere spektakuläre Freizeitaktivitäten: Wie wäre es z.B. mit einem beeindruckenden Rundflug mit der Cessna über die umliegende Vulkanlandschaft oder mit einer Besteigung des 2840 Meter hohen, aktiven Vulkans Villarica im Süden von Pucon? Rafting? Reiten? Alles möglich rund um Pucon! Du hast jedoch noch mehr Lust auf Biken? Dann los, rauf auf's Bike und hart in die Pedale getreten!

Etwas unsicher rollen wir den Camino Internacional stadtauswärts – wie es wohl in Chile mit der Rücksichtnahme zwischen Bikern und Autofahrern bestellt ist? Ach, alles halb so wild und schon bald erreichen wir einen Kreisverkehr am Stadtrand und folgen nun der vielbefahrenen Hauptstraße 199. Für Biker steht hier ein separater Radstreifen zur Verfügung. Am Minigolfplatz vorbei radeln wir die ersten Kilometer in flachem Terrain – aber keine Sorge, es wird welliger!

Schotter, Staub und gute Laune

Noch vor dem Flughafen biegen wir nach links ab und folgen der asphaltierten Straße S-921 nach Norden, überqueren den Rio Trancura über eine Brücke – und stehen schließlich an der Einmündung zur Schotterpiste der S-919. Die wenig befahrene Piste hält gleich nach einigen hundert Metern den heftigsten Anstieg der gesamten Tour bereit. Hier lassen uns die Steigungsprozente, gepaart mit Schotter und Schlaglöchern, schon bald aus dem Tritt kommen und wir schieben die Bikes ein kleines Stück. Bald jedoch sitzen wir wieder im Sattel und nehmen die nächsten kleinen Abfahrten und moderaten Anstiege in Angriff – eine staubige Angelegenheit, gerade wenn Autos an uns vorbeibrausen.

Genug Proviant dabei? Auf dem rund 18 Kilometer langen Streckenabschnitt zwischen Pucon und Ojos de Caburgua stehen keinerlei stationäre Verpflegungsmöglichkeiten zur Verfügung – auf die nur sporadisch am Wegesrand wartenden fliegenden Händler mit ihrem Getränkeverkauf sollte man sich gerade bei hohen Temperaturen lieber nicht verlassen, also besser vorgesorgt! Auf Nachfrage wurde uns vor Beginn der Tour vom Bikeverleiher eine Trinkflaschenhalterung ans Bike geschraubt – was will man mehr?

Auch weiterhin wechseln kurze Anstiege mit holprigen Abfahrten, auf denen man ein wenig Vorsicht walten lassen sollte ob der Schlaglöcher – da kann das Hardtail schnell mal bockig werden! Nur nicht zu rasant in die nächste Kurve gesteuert, mit Gegenverkehr sollten Biker hier jederzeit rechnen. Bald taucht vor uns ein gemächlich dahin tuckernder Tanklaster auf, der mit einem Wasserstrahl die Straße wässert um den Staub zu binden. An ein Überholen ist zunächst nicht zu denken und schon bald wird aus der Staubtour eine kleine Schlammpartie – die ersten Spritzer wirbeln uns um die Ohren und bedecken schon bald unseren Beine und die Bikes – ob's den Bikeverleiher wohl freuen wird?

Die Wasserfälle Ojos de Caburgua

Nach rund 17,7 holprigen Bikekilomtern erreichen wir endlich die Zufahrt zu den Ojos de Caburga, entrichten den Eintritt von 1000 chilenischen Pesos je Person und rollen die letzten Meter über einen Autoparkplatz, bevor wir unsere Drahtesel am Fahrradständer direkt vor einem Imbissstand abschließen. Lust auf ein Hot Dog? Ein bischen was vom Grill? Vielleicht doch erstmal die nahen Wasserfälle besichtigen! Mehrere kleine Katarakte ergießen sich hier, gespeist von einem unterirdischen Fluss, in einen von dichten Wäldern umgebenen See. Erschloßen ist die Umgebung der Wasserfälle duch Holzstege – auf denen es angesichts der Touristenscharen schonmal recht eng werden kann. Allerorten stehen Hobbyfotografen mit ihren Kamaras im Anschlag und fotografieren ihre Liebsten – Cheese, bitte recht freundlich!

Nach kurzer Stärkung am Hot-Dog-Stand sitzen wir bald wieder im Sattel und pedalieren die letzten Kilometer auf der Schotterpiste, bevor diese nach einem Rechtsknick schließlich in die Route S-905 mündet. Nun heißt es, die letzten Höhenmeter zu bewältigen. Zum Zielpunkt unserer Tour, dem Lago de Caburgua, steigt die Straße nun stetig bergan. Belohnt werden wir mit einem beeindruckenden Panorama direkt am See. Eine Kuriosität am Lago bilden die in unmittelbarer Nähe liegenden Strände Playa Blanca und Playa Negra – mit unterschiedlichen Farben des Sandes. Beine ausstrecken und chillen!

Tipp: Uns stand der Sinn nach Mountainbiken, so fuhren wir denn auch den Rückweg wieder über die uns bereits bekannte Schotterpiste zurück. Wer ungern den gleichen Weg zweimal fährt und nebenbei ein paar Körner Kraft sparen möchte, dem sei empfohlen, den Hinweg über die Hauptstraße S-199 zu wählen und erst auf dem Rückweg der Schotterpiste zu folgen. Auf dem Rückweg ist diese um einiges leichter zu bewältigen – schließlich geht es nun in Richtung Pucon überwiegend bergab!

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